Prozessaufträge in der JOP-Extension für Microsoft Dynamics 365 Business Central

Überblick

Ein Prozessauftrag in der JOP-Extension stellt eine strukturierte und nachvollziehbare Ausführungseinheit für Produktionsschritte im Zusammenhang mit einem Kundenauftrag dar. Er umfasst sowohl Informationen auf Kopfebene als auch detaillierte Arbeitsschritte in den Zeilen, die nacheinander abgearbeitet werden. Prozessaufträge stellen sicher, dass technische, qualitätsbezogene und logistische Anforderungen für jeden Servicevorgang erfüllt werden.

Prozessaufträge werden automatisch generiert aus Verkaufsauftragszeilen vom Typ Service. Basierend auf dem JOP-Item und/oder den Schlüssel-Informationsfeldern (wie Debitor, Produkt, Material und Service) ermittelt das System den zutreffenden Arbeitsplan, um die Abfolge der Arbeitsschritte im Prozessauftrag festzulegen.

Nach der Erstellung dient der Prozessauftrag als zentrales Dokument für die Ausführung in der Fertigung, die Qualitätsprüfung und die Erstellung von Ausgabedokumenten wie z.B.. Prüfbescheinigungen.

Prozessauftragskopf

FastTab: Allgemein

Dieser FastTab enthält grundlegende Identifikations- und Strukturinformationen zum Prozessauftrag:

  • Nr. — Eindeutige Kennung des Prozessauftrags, basierend auf einer Nummernserie.

    Die Nummernserie zur Generierung der Prozessauftragsnummern kann entweder:

    • Global in den JOP-Einrichtungen
    • Individuell im Zuständigkeitseinheit

    Wenn beide Optionen konfiguriert sind, hat die Einstellung in der Zuständigkeitseinheit Vorrang. So kann für verschiedene Fertigungsstandorte eine betriebsabhängige Nummerierung eingerichtet werden.

  • Beschreibung — Optionale Beschreibung des Prozessauftrags.
  • Anzahl Teile — Anzahl physischer Teile, die im Auftrag bearbeitet werden. Dies kann Einfluss auf Terminierung und Kapazitätsplanung haben.
  • Arbeitsplan-Nr. — Verweis auf den gewählten Arbeitsplan, der die Abfolge der Arbeitsschritte definiert.
  • Version des Arbeitsplans — Gibt die Version des Arbeitsplans an, die für diesen Auftrag verwendet wird.
  • Nacharbeit — Gibt an, ob es sich um einen Nacharbeitsauftrag handelt und nicht um einen Standardprozess.
  • Status — Lebenszyklusstatus des Prozessauftrags (z.B.. Geplant, Fest geplant, Freigegeben, Abgeschlossen).

    Der Initialstatus eines neu erstellten Prozessauftrags wird in den Einstellungen der Zuständigkeitseinheit festgelegt. So kann jedes Werk festlegen, ob neue Aufträge mit dem Status Geplant, Fest geplant oder Freigegeben starten.

  • Prozessordner-Nr. — Wenn dieser Prozessauftrag Teil eines zusammengefassten Fertigungsauftrags ist, verweist dieses Feld auf den zugehörigen Prozessordner.

FastTab: Auftragsdaten

Dieser FastTab erfasst die Kunden- und Auftragsinformationen, die zur Erstellung des Prozessauftrags geführt haben:

  • Auftragsdatum — Datum der Erstellung des zugrunde liegenden Verkaufsauftrags.
  • Auftragsnr. — Verweis auf die zugehörige Verkaufsauftragsnummer.
  • Zuständigkeitseinheit — Das Werk oder die Organisationseinheit, die für die Ausführung verantwortlich ist.
  • Fertigungsbereich — Konkreter Bereich oder Abteilung innerhalb des Werks.
  • Kundennr. — Der Kunde aus dem Ursprungsauftrag.
  • Kundenname — Anzeigename des Kunden zur besseren übersicht.
  • Kundengruppencode — Gruppierungsschlüssel für Klassifikation und Regelanwendung.
  • JOP-Item-Nr. — Verweis auf das JOP-Item, das als Vorlage für diesen Prozessauftrag dient.
  • Servicecode — Code für den durchzuführenden Service (z.B.. Beschichtung, Härten).
  • Servicegruppencode — übergeordnete Klassifikation des Service.
  • Produktcode — Gibt das zu bearbeitende Produkt an.
  • Produktgruppencode — Wird für Gruppierungslogik und Preisfindung verwendet.
  • Werkstoffcode — Bezeichnet das verwendete Material für das Produkt.
  • Werkstoffgruppencode — Kategorie des Materials für Gruppierungs- und Eigenschaftsregeln.

Prozessauftragszeilen

Jede Prozessauftragszeile repräsentiert einen bestimmten Arbeitsschritt innerhalb der Produktionsabfolge. Die folgenden Felder stehen zur Verfügung, um operative, technische und formatbezogene Aspekte des jeweiligen Schritts zu definieren:

  • Arbeitsgangcode — Identifiziert den Schritt innerhalb des Arbeitsplans oder Bearbeitungsprozesses.
  • Verfahrenscode — Gibt die Technik oder Methode an, die in diesem Schritt angewendet werden soll.
  • Beschreibung — Beschreibungstext für den Arbeitsschritt.
  • Bestätigung — Zeigt an, dass der Schritt bestätigt werden muss, bevor der nächste begonnen werden kann.
  • Optionale Bestätigung — Wenn aktiviert, kann der Schritt optional bestätigt werden, ohne den Prozessfluss zu blockieren.
  • Batch-Arbeitsgang — Kennzeichnet den Schritt als batchbezogen, d. h. mehrere Teile werden gemeinsam bearbeitet.
  • Batch zugewiesen — Zeigt an, ob der Schritt bereits einem bestimmten Batch zugewiesen ist.
  • Abschluss — Kennzeichnet den letzten Schritt im Prozessauftrag; löst die Ausgabeerfassung und Abschlusslogik aus.

    Wichtig: Genau eine Zeile im Prozessauftrag muss Abschluss = Ja enthalten. Dies markiert den Endschritt und ist erforderlich, um den Auftrag korrekt abzuschließen.

  • Prüfplan erforderlich — Zeigt an, dass vor Abschluss des Schritts ein Prüfplan durchgeführt werden muss.
  • Prüfplanvorlagenr. — Referenz auf den vordefinierten Prüfplan, der in diesem Schritt verwendet wird.
  • Bearbeitungszeit — Erwartete Dauer des Arbeitsschritts (in Minuten, Stunden usw.).
  • Minimale Bearbeitungszeit — Untere Zeitgrenze zur Qualitäts- oder Leistungskontrolle.
  • Maximale Bearbeitungszeit — Obere Zeitgrenze für die zulässige Ausführung des Schritts.
  • Druck Datum/Unterschrift — Gibt an, ob für diesen Schritt Felder für Datum und Unterschrift in Dokumenten gedruckt werden sollen.
  • Umsatzfaktor — Anteil zur Zuordnung von Umsatzerlösen zu diesem Arbeitsgang. Nützlich bei Prozessen mit mehreren Maschinen. Die Summe aller Umsatzfaktoren im Prozessauftrag sollte 1,0 betragen.
  • Fett, Kursiv, Unterstrichen — Formatierungsoptionen für die Darstellung in gedruckten Dokumenten.
  • Neue Seite — Wenn aktiviert, beginnt dieser Schritt auf einer neuen Seite im Ausdruck (z.B.. Prozessauftragsbeleg).
  • Geplante Abteilung — Interne Abteilung, in der der Schritt ausgeführt werden soll.
  • Geplante Maschinengruppe — Ziel-Maschinengruppe für Planung oder Rückmeldung.
  • Geplante Maschine — Gibt die spezifische Maschine an, die für die Ausführung vorgesehen ist.

Aktionen in der Prozessauftragsseite

Die JOP-Extension erweitert die Prozessauftragsseite um mehrere Aktionen auf Kopf- und Zeilenebene, um Ausführung, Nachverfolgung und Dokumentation effektiver zu gestalten.

Kopfzeilenaktionen

  • Aufteilungsvorschlag — Schlägt eine Aufteilung des Prozessauftrags in kleinere Einheiten vor, basierend auf Losgröße oder Routing-Logik, um eine optimale Arbeitsverteilung oder Chargenerstellung zu unterstützen.
  • JOP-Einträge — Zeigt prozessbezogene Einträge zum Auftrag an, einschließlich Ergebnismengen (z.B.. Gutmenge, Ausschuss, Abweichung).
  • Quarantäneeinträge — Listet Artikel auf, die während des Prozesses als nicht konform gekennzeichnet und zur weiteren Bearbeitung in Quarantäne überführt wurden.
  • Prozessausgabe-Einträge — Zeigt detaillierte Ergebnisse, die beim Ausführen des Schritts Abschluss aufgezeichnet wurden. Enthält:
    • Prozessauftragsnummer
    • Chargennummer (bei chargenbezogener Verarbeitung)
    • Ergebnistyp — Gut, Ausschuss oder Abweichung
    • Abweichungscode
    • Zusatzkosten-Code — Enthält Informationen zum Fehlertyp, zuständige Abteilung, empfohlene Maßnahmen und Fehlerursprung
  • Drucken — öffnet den Druckdialog zur Erstellung des Prozessauftragsbeleg.

Zeilenaktionen

  • Arbeitsgang buchen — Bestätigt den Abschluss des aktuellen Arbeitsgangs. Diese Aktion wird verwendet, um Ergebnisse zu erfassen und den Prozess fortzusetzen.
    Sie kann nur für Arbeitsgänge ausgeführt werden, die nicht einem Batch zugeordnet sind. Bei Batch-Arbeitsgängen muss die Buchung über den zugehörigen Batch erfolgen.
  • Batch erstellen

    Die Aktion Batch erstellen wird verwendet, um mehrere Prozessaufträge oder Prozessauftragszeilen in einem gemeinsamen Batch zusammenzufassen — insbesondere für Arbeitsgänge, die kollektiv durchgeführt werden, wie z.B.. Wärmebehandlung oder Beschichtung.

    Diese Funktion ist besonders relevant, wenn der Arbeitsgang als Batch-Arbeitsgang gekennzeichnet ist. Anstatt jede Position einzeln zu bearbeiten und zu bestätigen, ermöglicht das System das Erstellen eines Batches, der einen gemeinsamen Bearbeitungskontext repräsentiert — z.B.. eine Ofenladung oder einen Beschichtungszyklus.

    Nach Erstellung des Batches:

    • Wird jede zugehörige Prozessauftragszeile mit dem Batch verknüpft.
    • Erfolgen Buchung und Rückmeldung auf Batch-Ebene.
    • Alle Einträge (z.B.. Prozessausgabe, Prüfzertifikate) werden gesammelt für den Batch erzeugt.

    Dieser Ansatz verbessert die Effizienz, stellt Konsistenz sicher und ermöglicht eine klare Rückverfolgbarkeit bei gruppierten Bearbeitungsschritten. Er eignet sich besonders in Umgebungen, in denen mehrere Teile gemeinsam in einer Maschine oder einem Produktionszyklus behandelt werden.

    Hinweis: Nur Arbeitsgänge mit Batch-Arbeitsgang = Ja sind für die Batch-Erstellung geeignet.

  • Nacharbeitsauftrag erstellen — Erstellt einen neuen Prozessauftrag für die Nachbearbeitung von Teilen, die bei der Prüfung durchgefallen sind oder Korrekturen erfordern.
  • Batches — öffnet eine Liste der mit dem ausgewählten Arbeitsgang verknüpften Batches. Enthält Bearbeitungsstatus und Rückverfolgbarkeitsdaten.